Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Die Ausschreibung der Wandertage erfolgte im Juni 2019, auf den Bergen lag noch meterhoch Schnee und die Hoffnung auf Schneeschmelze war überaus berechtigt. Gegen Ende Juli wurde die Schneedecke tatsächlich ausgedünnt, so dass einer Rekognoszierung des Piz Duan (3131 m.ü.M.) nichts mehr im Weg stand. In weiser Voraussicht haben Ursi und Philipp die Steigeisen mit eingepackt. Die Besteigung des Gipfels beanspruchte 10 Stunden, mit Steigeisenmontagen und  -Demontagen auf hartem Schnee, Wegsuche und Gipfelrast. Die Aussicht war über 360° gigantisch. Doch es setzte sich die Erkenntnis durch, dass diese Tour doch zu viele  Risiken für eine Gruppe beinhaltete.

Also waren letztendlich folgende Tagestouren geplant:

Tag 1: Bivio –Septimerpass – Lunghinpass – Piz Lunghin – Maloja – Casaccia, ca. 6 Std.

Tag 2: Casaccia – Duanpass – Soglio, ca. 8 Std.

Tag 3: Soglio – Chiavenna, ca. 4 Std.

Gekommen ist nochmals alles anders: Wegen Regen und Schneefall musste am ersten Tag der Engadiner Höhenweg und der Römerweg von Maloja nach Casaccia beschritten werden. Dank riesigem Wetterglück kamen wir praktisch trocken an.  Am zweiten Tag mit morgendlich nassem Schneefall musste sinnvollerweise gar das Postauto (welches notabene am Malojapass Schneeketten montierte) von Cassacia nach Vicosoprano bestiegen werden. Dafür wurden wir von Christian über die Geschichte der Hexenverfolgung und über kulturelle Bauten orientiert. Nach einer eindrücklichen Besichtigung der Verwüstungen und Wiederaufbauten in Bondo (inkl. Seilbrücke) blieb noch der steile Aufstieg nach Soglio. Dies, bei unterdessen richtig schönem Wetter. Am dritten Tag auf dem Weg nach Chiavenna bestiegen wir zusätzlich den wunderschönen und unberührten Ort Savogno, hoch über dem Bergell. Der Abstieg von 500 Meter ins Tal ging über mehr als 2000 Steintreppenstufen (die Treppenläufe in St.Gallen lassen grüssen).

Es wurde natürlich nicht nur gewandert, sondern auch getratscht, gewitzelt, gesungen, gehänselt, gefoppt, gelacht, ausgiebig gegessen etwas getrunken. Der extra vom Engadin mitgeschleifte Braulio Riserva  (weniger süsse Alternative zum Appenzeller) ist wieder halbvoll ins Engadin zurückgekommen…. Viele Blasen sind bei den geübten Wanderinnen und Wanderer nicht aufgetreten. Daher tönte es in Chiavenna einhellig, auch  nächstes Jahr wieder eine solche Wanderung zu starten (bei hoffentlich holderem Wettergott).

Die Wandergruppe: Ursula, Beatrice, Jacqueline, Conny, Silvia, Edith, Christian und Philipp

 

zu den Fotos