An den U20-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere liefert der Steiner Simon Ehammer persönliche Bestleistungen im Multipack. Der Lohn für den besten Zehnkampf seines Lebens: Eine Bronzemedaille.

«Fantastique», «Die Schweizer Leichtathletik lebt!» oder «Super Leistung», lauten einige von zig Kommentaren in den sozialen Medien. Sie gelten Simon Ehammer, der zu Ferienbeginn im finnischen Tampere an den U20-Weltmeisterschaften überraschend die Bronzemedaille im Zehnkampf gewonnen hat und in acht von zehn Disziplinen neue persönliche Bestleistung erzielte.

Den Wettkampf locker angegangen
«Ich ging den Wettkampf erstaunlich locker an und war recht entspannt», so Ehammer. «Ich strebte persönliche Bestleistung im Zehnkampf an und wollte mein Bestes zeigen. Dass ich die Leistung abrufen konnte und damit Bronze gewonnen habe, ist umso schöner.»

Zahlreiche Begleiter auf dem Karriereweg
So freudig die Reaktionen, so zahlreich die Personen, die zum guten Resultat des Leichtathletik-Mehrkämpfers an den U20-Weltmeisterschaften beigetragen haben. Etwa die Betreuer im TV Herisau, die Simon Ehammer das Einmaleins der Leichtathletik beigebracht haben, die Trainer im TV Teufen, die ihr Wissen im Zehnkampf weitergeben oder die Zuständigen der Sportlerschule und seines Lehrbetriebs, die Ehammer optimale Trainingsbedingungen ermöglichen. Für die Sportlerschule ist es die erste Leichtathletikmedaille an internationalen Titelkämpfen. Yves Zellweger, stellvertretender Schulleiter, sagt: «Der Erfolg erfüllt uns mit Freude und Stolz. Es ist schön zu sehen, dass das System funktioniert.» Hinter dieser Medaille stünden viel investierte Zeit und Trainings. Simon Ehammers Exploit sei zwar überraschend, andererseits sei der Steiner einer, der Bestleistungen abrufen könne, wenn es darauf ankomme, so Zellweger.

Zwischenzeitlich auf Rang zwei
Schon in der Startdisziplin machte Simon Ehammer auf sich aufmerksam. Im 100-Meter-Sprint belegte er mit 11,14 Sekunden den dritten Rang. Was folgte war ein regelrechter Steigerungslauf. Im Weitsprung (7,45), im Hochsprung (2,01) und über 400 Meter (50,15) realisierte Ehammer jeweils persönliche Bestleistungen. Zusammen mit einem soliden Auftritt im Kugelstossen (13,44) schloss der18-Jährige den ersten Tag auf dem dritten Zwischenrang ab. Doch es sollte noch besser kommen. Die ersten drei Disziplinen am zweiten Tag (110 Meter Hürden, 14,13, Diskuswerfen, 36,22 und Stabhochsprung, 4,70) absolvierte Simon Ehammer mit Bravour und realisierte auch hier jeweils persönliche Bestleistung. Vor den beiden abschliessenden Disziplinen Speerwurf und 1500-Meter-Lauf lag er gar auf dem Silberplatz.

Bester Europäer
Trotz zwei weiteren persönlichen Bestleistungen (Speer, 49,09 und 1500 m, 4.47,36) büsste er noch einen Rang ein und klassierte sich hinter den beiden Australiern Ashley Moloney und Gary Haasbroek auf dem Bronzeplatz. Ehammers Rückstand auf Gold beträgt 548 Punkte, jener auf Silber 156 Punkte. Seinen bisherigen Bestwert von 7309 Punkten übertraf der Steiner um mehr als 300 Punkte.Ehammers Bronze ist erst die siebte Medaille für die Schweiz an U20-Weltmeisterschaften, die seit 1986 ausgetragen werden. Der Steiner kann nun in einem Atemzug genannt werden mit Andre Bucher, Anita Weyermann oder Noemi Zbären.

Tolle Bestätigung und Sieg an Länderkampf für Ehammer
Grossartiger Erfolg für Ehammer und die Schweizer Mehrkämpfer: Sie gewannen den Länderkampf in Aubagne (FRA) vor Frankreich und der Ukraine. Dem Schweizer Team gehörten je sechs Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen in den Kategorien U23 und U20 an. Wesentlichen Beitrag zum Gesamtsieg hatte Simon Ehammer. Er brillierte einmal mehr und holte sich den Tagessieg in der U20-Kategorie. Er gewann mit einer Gesamtpunktzahl von 7348 und war damit nur an der U20-WM noch stärker. Über 110m Hürden lief Simon das erste Mal in seiner Karriere unter 14 Sekunden und stellte mit 13.99s eine neue Bestleistung auf. Im Weitsprung gelang ihm mit 7.35m erneut ein sehr weiter Sprung.

(Bericht und Fotos: Hans Koller)