Um 5.00 Uhr ging es mit Vorfreude auf unseren grossen Auftritt los, über den Gotthardtunnel ins Tessin. Pünktlich um 9.00 Uhr kamen wir in Bellinzona an und mussten schnell an die Sache ran, das heisst frisieren und unsere silberglänzenden Turndresse anziehen. Unsere Choreografie gingen wir mental durch. Vor unserem Auftritt konzentrierten wir uns noch einmal voll auf die Choreografie und waren mit den Gedanken schon am Turnen. Endlich ging es los, wir traten in die Halle. Wir hatten ein paar Minuten Zeit, um uns an die neuen Geräte zu gewöhnen, denn alle Barren sind anders, leichter, schmaler, grösser oder die Holmen einfach dünner. Unglaublich wie gross der Unterschied zu unseren Barren ist. Schliesslich riefen wir unseren Schlachtruf: „TV Teufen, Let it go!“, das war unser Zeichen loszulegen. Vier Minuten mit totalem Körpereinsatz und voller Konzentration, aber leider nicht fehlerfrei, erreichten wir die Note 8.94 anstelle der erhofften 9.00. Wir erreichten zu unserer Verwunderung trotzdem das Finale. Wir waren ausser uns vor Freude.

Zu unserem Entsetzen passierte kurz vor dem Finale noch ein Unglück. Eine unserer Turnerinnen verletzte sich am Schlüsselbein und fiel nach ärztlicher Untersuchung aus. Was für ein Schock! Wieder ging alles so schnell und wir mussten das Finale ohne unsere Kameradin bestreiten. Das ganze Tohuwabohu kostete uns einige Punkte und wir konnten leider erneut nicht fehlerfrei turnen, was den 5. Schlussrang bedeutete. Für die junge Truppe war es dennoch einen riesengrossen Erfolg.

 

Müde und zufrieden traten wir die Heimreise an. Es war ein unvergessliches Erlebnis an der Schweizer-Meisterschaft am Stufenbarren teilzunehmen.

 

 

 

Anna Sütterle