Auf den Spuren der Leichtathleten Simon Ehammer und Mirjam Mazenauer

Die Kugelstösserin Mirjam Mazenauer und der Zehnkämpfer Simon Ehammer sind 2 Teufner Leichtathletiktalente, die ehrgeizig internationale Ziele angehen. Nach den Grosserfolgen der letzten Jahre bestätigten beide ihre Fortschritte in der aktuellen Hallensaison.

Ehammer: „Es geht ein Traum in Erfüllung“
Zielstrebig, fokussiert, aber trotzdem mit einer erstaunlichen Lockerheit verfolgt der Steiner Zehnkämpfer seine Ziele. Nach der WM Medaille im Zehnkampf in der Kategorie U 20, glaubte das Umfeld eher an eine Bestätigung auf hohem Niveau in der neuen Saison. Nicht aber beim ehrgeizige Steiner: „Ich hatte direkt wieder Ziele mit 2 Schweizerrekorden in der Halle“. Gesagt getan, er verbesserte im Januar den Weitsprungrekord in der Halle auf 7.50m und gleichzeitig den Rekord im Hallenmehrkampf. Selber kann er diese Leistungen kaum in Worte fassen, einfach schön Ziele erreichen zu können.

 

Mazenauer: Freude haben, an dem was ich mache“
In den Nachwuchskategorien hatte Mirjam Mazenauer alles gewonnen, was national zu erreichen ist. Doch plötzlich stagnierten die Leistungen im Vorjahr. Dies ist bei vielen Athleten der Zeitpunkt aufzugeben, nicht bei der Werferin aus Bühler. Mit viel Aufwand arbeitet sie an einer anspruchsvolleren Technik, dank ihrer Freude am Werfen verfügt sie auch über die notwendige Geduld für Experimente. Mit dem 5. Platz bei den Aktiven an den Schweizer Meisterschaften ist ihr der Einstand in der Hauptkategorie gelungen.

Ehammer:„Don’t dream of winning, train for it“
Beide Ausnahmeathleten wenden sehr viel Zeit auf um ihre hochgesteckten Ziele zu erreichen. Ehammer trainiert aktuell in 8-10 Trainings 15 bis 20 Stunden wöchentlich. Einen ähnlichen Zeitumfang nimmt die Kugelstösserin auf sich, bei ihr kommen teils noch lange Trainingswege dazu. Beide wissen, Leichtathletikerfolge verlangen viel Aufwand und Geduld, nur so können hohe Zielsetzungen erreicht werden.

Mit vielseitigem Umfeld zum Erfolg
Mirjam Mazenauer trainiert Kraft und teils Technik an der Sportlerschule Appenzellerland, 2 mal im TV Teufen und um die Beweglichkeit zu erhalten nutzt sie die Kompetenzen von Susanne Höhener im Faszienyoga. Zusätzlich fährt sie fast jedes Wochenende nach Bern um mit dem ehemaligen Nationaltrainer Hansruedi Meier an der Drestosstechnik zu feilen. Er ist einer der wenigen Schweizer Wurftrainer, welche in der Drehstosstechnik bereits Erfahrungen haben. Weiter pflegt sie zusammen mit Meier Kontakte nach Deutschland, dem eigentlichen Ursprungsland der Drehstosstechnik.

Für Ehammer legen Yves Zellweger und René Wyler von der Sportlerschule die Basis für seine Entwicklung. Mit Karl Wyler vom TV Teufen steht ihm einer der erfahrensten Schweizer Mehrkampftrainer zur Seite. So ist Ehammer überzeugt sich optimal weiter entwickeln zu können.

„Alles muss wie ein Uhrwerk funktionieren“
Nebst dem sportlichen Umfeld muss auch beruflich vieles auf den Zehnkämpfer abgestimmt sein. Mit Sport Baumann Appenzell verfügt der Steiner Athlet über einen verständnisvollen Arbeitgeber, welcher ihn unterstützt und ihm flexible Arbeitszeiten ermöglicht. Wichtig ist dem angehend Detailshandelsfachmann aber auch erfolgreich seine Lehre abschliessen zu können um die Basis für eine berufliche Weiterentwicklung zu legen.

Bei Mirjam Mazenauer unterstützte die Sportlerschule ihren Berufseinstieg. Die Verantwortlichen halfen ihr bei der Suche einer Praktikumsstelle, welche sie nun Im Walkindergarten Teufen gefunden hat. Im Herbst möchte sie das Studium der Sportwissenschaften in Basel aufnehmen.

Olympische Spiele und Europameisterschaften als Fernziele
Kaum ist ein Ziel erreicht peilt Ehammer die nächsten Herausforderungen an. Den Schweizer Rekord im Zehnkampf der Kategorie U 20 möchte er holen, an den kommenden Europameisterschaften ein Medaille gewinnen, am liebsten Gold und längerfristig will er sich bei den Aktiven etablieren und die Teilnahme an den olympischen Spielen 2014 in Paris bildet sein grosses Ziel. Wer seinen Willen kennt, traut ihm auch dies zu.

Etwas bescheidener geht Mirjam Mazenauer ihre Zukunft an. Sie möchte an ihre früheren Erfolge anschliessen und den SM Titel in der Kategorie U 20 gewinnen und sich für die Europameisterschaften in Schweden qualifizieren. Wenn es dann so richtig klappt mit der Drehstosstechnik sind natürlich internationale Meisterschaften in der Aktivkategorie ein Fernziel, wenn sie mit der aktuellen Motivation weiter trainiert, ist ihr dies zuzutrauen. Über internationale Wurferfolge konnten wir uns Schweizer schon lange nicht mehr freuen.

(Bericht: Hans Koller, Fotos: Urs Siegwart)